On-Premise Server Administration
Nicht jede Anwendung gehört in die Cloud. Wir bringen langjährige Erfahrung in der Administration dedizierter Server mit und finden für jedes Projekt die passende Hosting-Lösung — ob Linux, FreeBSD oder eine hybride Architektur.
Bevor Cloud Computing zum Standard wurde, war die Administration eigener Server die Grundlage jeder IT-Infrastruktur. Parlant GmbH hat dort begonnen — mit der Einrichtung, Wartung und Absicherung dedizierter Server für die Anwendungen, die wir selbst entwickelt haben. Diese praktische Erfahrung mit physischen und virtuellen Serverumgebungen bildet bis heute einen wichtigen Teil unseres Leistungsspektrums.
Denn nicht jede Anwendung gehört in die Cloud. Für viele Szenarien — von Industriesteuerungen über regulierte Datenverarbeitung bis hin zu latenzempfindlichen Anwendungen — bieten dedizierte Server nach wie vor Vorteile, die keine Cloud-Infrastruktur vollständig ersetzen kann.
Wann ist On-Premise die richtige Wahl?
Cloud Computing bietet Flexibilität, Skalierbarkeit und eine dynamische Kostenstruktur. Dedizierte Server hingegen punkten dort, wo andere Anforderungen im Vordergrund stehen:
- Vorhersehbare Kosten — Bei gleichbleibendem Ressourcenbedarf sind dedizierte Server häufig kosteneffizienter als vergleichbare Cloud-Instanzen. Es gibt keine variablen Abrechnungen und keine Überraschungen bei der monatlichen Rechnung.
- Maximale Kontrolle — Hardware, Betriebssystem, Netzwerkkonfiguration und Sicherheitsrichtlinien liegen vollständig in der Hand des Betreibers. Updates und Patches werden nach eigenem Zeitplan eingespielt.
- Datensouveränität — Daten verlassen niemals den eigenen Zuständigkeitsbereich. Für Unternehmen, die den US CLOUD Act und vergleichbare Risiken umgehen möchten, ist das ein entscheidender Vorteil.
- Latenz und Performanz — Anwendungen, die minimale Latenz oder direkten Hardwarezugriff erfordern, profitieren von dedizierten Umgebungen ohne Virtualisierungs-Overhead.
Wir betrachten Cloud und On-Premise nicht als Gegensätze, sondern als komplementäre Werkzeuge. Die richtige Entscheidung hängt vom konkreten Anwendungsfall ab — und genau diese Entscheidung treffen wir gemeinsam mit unseren Kunden.
Unsere Erfahrung mit Linux und FreeBSD
Unsere Wurzeln in der Serveradministration reichen in die Anfänge unserer Beratungstätigkeit zurück. Wir haben Anwendungen, die wir selbst entwickelt haben, von Anfang an auch selbst gehostet — und dabei umfassende Erfahrung mit Unix-basierten Betriebssystemen gesammelt:
Linux — Von Debian und Ubuntu Server über CentOS bis hin zu Alpine Linux für containerisierte Umgebungen. Wir administrieren Linux-Server in Produktionsumgebungen mit Fokus auf Stabilität, Sicherheit und Automatisierung. Systemd, Firewall-Konfiguration, Log-Management und Monitoring gehören zu unserem Standardrepertoire.
FreeBSD — Ein Betriebssystem, das in vielen kritischen Infrastrukturen eingesetzt wird und sich durch seine Stabilität, sein Sicherheitsmodell und seine hervorragende Netzwerkperformance auszeichnet. Wir setzen FreeBSD in Umgebungen ein, die besonderen Wert auf Verlässlichkeit und langfristige Wartbarkeit legen.
In beiden Fällen arbeiten wir mit Infrastructure-as-Code-Ansätzen, um Konfigurationen reproduzierbar und nachvollziehbar zu halten — ein Prinzip, das wir auch in unseren Cloud-Projekten konsequent anwenden.
Wie sichern wir dedizierte Server ab?
Die Absicherung von Serverumgebungen ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit und folgt denselben Grundsätzen, die auch unseren Ansatz zu Datenschutz und Sicherheit prägen:
- Minimale Angriffsfläche — Nur die tatsächlich benötigten Dienste laufen auf dem System. Unnötige Ports, Protokolle und Softwarepakete werden konsequent entfernt.
- Verschlüsselung — Kommunikation zwischen Diensten erfolgt ausschließlich über TLS/mTLS. Daten werden auf Festplattenebene verschlüsselt. Details zu unserer Verschlüsselungsstrategie finden Sie in unserem Prinzipien-Artikel.
- Zugriffskontrolle — SSH-Zugang ausschließlich über Schlüssel, keine Passwort-Authentifizierung. Privilegierte Operationen werden über sudo mit lückenloser Protokollierung ausgeführt.
- Automatisierte Updates — Sicherheitspatches werden automatisiert eingespielt, mit definierten Wartungsfenstern für kritische Systeme.
- Monitoring und Alerting — Systemmetriken, Log-Anomalien und Verfügbarkeit werden kontinuierlich überwacht, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Anwendungshosting
Neben der Serveradministration selbst übernehmen wir das Hosting der Anwendungen, die wir entwickeln. Das umfasst die vollständige Kette vom Deployment über den laufenden Betrieb bis zum Monitoring:
- Deployment-Pipelines — Automatisierte Build- und Deployment-Prozesse, die unserer pragmatischen Entwicklungsmethodik entsprechen. Code wird über CI/CD-Pipelines geprüft und ausgerollt.
- Datenbank-Administration — Einrichtung, Tuning und Backup von PostgreSQL, MySQL und anderen Datenbanksystemen. Regelmäßige Backups mit verifizierter Wiederherstellung.
- Reverse Proxy und Load Balancing — Konfiguration von nginx oder HAProxy für Hochverfügbarkeit und SSL-Terminierung.
- Container-Orchestrierung — Wo sinnvoll, setzen wir Docker und Compose für die Isolation und Verwaltung von Diensten ein — auch auf dedizierten Servern.
Praxisbeispiele
bdtronic Plantronic — Die industrielle Planungssoftware Plantronic wird auf dedizierten Servern betrieben, die den spezifischen Anforderungen der Industrieumgebung gerecht werden. Die Kombination aus selbst entwickelter Software und selbst administrierter Infrastruktur ermöglicht maximale Kontrolle über den gesamten Stack.
Für Projekte, bei denen Skalierbarkeit und dynamische Ressourcen im Vordergrund stehen, empfehlen wir Cloud Computing. Häufig ergibt sich auch eine hybride Architektur, bei der zeitkritische oder regulierte Komponenten on-premise laufen und elastische Workloads in die Cloud verlagert werden. Wir finden die richtige Balance für jedes Projekt.